Aus meiner Perspektive als Frau habe ich oft gemerkt, dass emotionale Intelligenz eine Softskill bei Männern ist und ein unterschätztes Potenzial darstellt. Sie verschafft dir enorme Vorteile – nicht nur im Jobumfeld oder unter Freunden, sondern auch bei den Damen. Man kann sie trainieren oder verbessern, wenn man das möchte, sofern man nicht schon über sie verfügt.
Daniel Goleman, ein renommierter Psychologe, hat in seinem Buch Emotional Intelligence erklärt, wie wichtig emotionale Intelligenz für den Erfolg im Leben ist – und zwar oft wichtiger als der traditionelle Intelligenzquotient, also der IQ. Um euch zu helfen herauszufinden, ob ihr zu den emotional hochintelligenten Männern gehört, möchte ich heute vier Anzeichen zeigen, die genau darauf hinweisen und die euch von anderen abheben. Diese Anzeichen spiegeln zentrale Aspekte von Golemans Konzept wider. Obwohl es noch weitere Anzeichen gibt, konzentrieren wir uns heute auf diese vier, um das Video nicht zu lang werden zu lassen. Am Schluss klären wir zudem, wie ihr euren EQ messen und auch verbessern könnt. Es gibt nämlich ein paar einfache Tricks, wenn ihr das möchtet.
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Was bedeutet emotionale Intelligenz (EQ)?
Es bedeutet, die eigenen Gefühle und die anderer Menschen zu verstehen, zu steuern und sinnvoll zu nutzen. So fasst es das gängige Konzept zusammen. Im Gegensatz dazu misst der IQ, also der Intelligenzquotient, die kognitiven Fähigkeiten, also Dinge wie logisches Denken, Problemlösungsfähigkeiten, Mathematik und so weiter. Der EQ hingegen fokussiert sich auf den Umgang mit den Emotionen – also, wie gesagt, den eigenen und jenen von anderen.
Emotionale Intelligenz ist für jeden von uns wichtig. Aber warum betone ich sie speziell bei Männern? Einer der Hauptgründe ist persönliche Zufriedenheit. Männer stehen ja oft unter einem gesellschaftlichen Druck, stark und unverwundbar zu erscheinen, auch unter Druck zu performen. Sie lernen früh, Einsatz und Leistung zu zeigen und ihre Emotionen zurückzuhalten, um nicht als schwach zu gelten. Natürlich trifft das nicht auf jeden Mann zu; es ist in der Tendenz gemeint. Auch die Erziehung, der kulturelle Hintergrund und andere äußere Einflüsse spielen eine Rolle.
Jedenfalls kann dieser Druck dazu führen, dass manche Männer den Zugang zu ihren eigenen Gefühlen und ihrem eigenen Wohlbefinden verlieren. Es gibt nicht wenige, die ihre Emotionen ignorieren, bis es dann vielleicht irgendwann zu spät ist und sie entweder psychisch krank werden oder sonst angeschlagen sind.
Ein Anzeichen für emotionale Intelligenz ist Selbstwahrnehmung. Das heißt, die eigenen Gefühle erkennen und verstehen. Männer, die emotional intelligent sind, haben die Fähigkeit entwickelt, ihre eigenen Gefühle und besonders die negativen bewusst wahrzunehmen. Sie wissen nicht nur, was sie fühlen, sondern auch, warum sie so fühlen.
Überlegt euch mal: Wie oft fühlen wir eine bestimmte negative Emotion in uns und wissen nicht genau, warum wir uns eigentlich so fühlen? Mir passiert das manchmal, und es gibt so manche Männer, die sich ihrer Gefühle gar nicht bewusst sind. Sie sind vielleicht frustriert oder wütend, nehmen es aber nicht wirklich wahr. Sie denken nicht darüber nach; es ist einfach ein Zustand, den sie hinnehmen. Aber wenn man seine Gefühle nicht bewusst wahrnimmt, kann man sie auch nicht steuern oder verändern. Man bleibt dann in einem negativen Zustand stecken und kann sein eigenes Wohlbefinden gar nicht aktiv verbessern.
Emotionale Intelligenz gibt einem wenigstens ein Stück weit die Kontrolle über die eigenen Gefühle zurück. Ich sage „ein Stück weit“, weil es natürlich nicht immer so ist. Auch emotional hochintelligente Menschen haben ihre Probleme – auch Probleme, die sie nicht lösen können, und auch die sind mal wütend, frustriert etc. Aber durch das Bewusstsein dieser Gefühle kann man sie tendenziell besser steuern und managen.
Das nächste Anzeichen ist Selbstregulierung. Ich knüpfe hier an den ersten Punkt an: Versteht man die eigenen Gefühle, kann man sich auch besser regulieren, also Entscheidungen treffen, wie man auf seine Emotionen reagiert. Man kann Stress besser abbauen oder sich auch besser los sagen von Dingen, die Stress bereiten. Diese Fähigkeit, seine Emotionen konstruktiv zu nutzen – also in etwas Positives zu verwandeln – ist ein deutliches Anzeichen für emotionale Intelligenz.
Ein weiteres Anzeichen ist soziales Bewusstsein (auf Englisch: social awareness). Du kannst nicht nur deine eigenen Gefühle, sondern auch die Emotionen von anderen recht gut lesen und gezielt darauf eingehen. Diese Eigenschaft zeigt sich natürlich nicht nur, aber auch im Umgang mit Frauen. Was wünschen sich Frauen von Männern? Sie wollen unter anderem, dass sie ihnen zuhören und sie verstehen.
Wenn eine Frau das Gefühl hat, dass sie von ihm verstanden wird, weil er intuitiv nachvollziehen kann, was in ihr und in ihrer Welt vorgeht, wo sie emotional steht und warum sie jetzt traurig oder happy oder verunsichert ist, dann fühlt sie sich bei ihm geborgen. Natürlich ist es nicht immer einfach, eine Frau zu verstehen; manchmal verstehen wir uns selbst nicht ganz. Aber emotional intelligente Männer haben ein gutes Gespür dafür, wo andere emotional stehen, und dank dieses Bewusstseins können sie selbst bei herausfordernden Situationen besser reagieren und diese auch steuern. Eine Frau bemerkt das. Es geht darum, dass emotionale Intelligenz eine Verbindung schafft, die über Worte hinausgeht. Diese emotionale Resonanz ist nicht nur in romantischen Beziehungen von Vorteil, sondern auch in Freundschaften oder im Job.
Falls ihr Beispiele habt, wie ihr auf emotional intelligente Art Probleme löst – sei es bei der Arbeit oder in sonst einem Lebensbereich – oder wie ihr das managt, dann schreibt doch bitte in die Kommentare für uns alle.
Gleich anknüpfend an den letzten Punkt ist das nächste Anzeichen die Fähigkeit der emotionalen Präsenz. Männer mit emotionaler Intelligenz können mit bestimmten Herausforderungen, sei es im Umgang mit Frauen, besser umgehen. Umgekehrt gilt das natürlich auch. Unter diesen Herausforderungen können Unsicherheiten sein oder das weibliche Bedürfnis nach Bestätigung. Diese sind nicht tragisch; es kommt immer auf das Ausmaß an. Solche Verhaltensweisen oder Reaktionen entstehen oft aus einem starken Bedürfnis nach Sicherheit. Frauen suchen oft nach einem stabilen Umfeld, und das Verständnis dafür – gerade was das Sicherheitsgefühl und die Wahrnehmung ihrer Emotionen in dem Moment angeht – macht es Männern generell leichter, damit umzugehen.
Wenn sie beispielsweise verunsichert ist wegen eines Vorfalls mit einer Freundin, muss er in dem Moment nicht das Problem lösen oder versuchen, es zu lösen. Darum geht’s nicht. Viel wichtiger ist, dass sie spürt, dass er sie versteht und einfühlsam ist, also dass er emotional präsent ist. Wenn Frauen dieses Gefühl haben, ist das Problem bereits zur Hälfte gelöst – oft, nicht immer, aber oft. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man seinen EQ anhand von Tests messen kann. Diese sind so gestaltet, dass sie verschiedene Aspekte abdecken, wie z.B. Selbstbewusstsein, Empathie, emotionale Regulation und auch zwischenmenschliche Fähigkeiten. Es gibt sie auf Englisch oder auf Deutsch; da werdet ihr im Internet rasch fündig.
Nun, wie kann man seine emotionale Intelligenz entwickeln oder verbessern, wenn man das möchte? Das ist natürlich ein fortlaufender Prozess, aber man kann es schon trainieren, auch wenn es keine Garantie gibt, dass du damit auf der Skala ganz oben abschlägst. Man kann sich z.B. mal etwas Zeit nehmen, um über seine eigenen Emotionen nachzudenken. Also Selbstwahrnehmung: Wie habe ich in bestimmten Situationen reagiert und warum? Was war der Auslöser meiner Emotionen? Was beeinflusst meine Gefühlslage? Wie gut kann ich meine eigenen Emotionen steuern? Bin ich in der Lage, die Emotionen von anderen zu lesen? Es geht um eine realistische Selbsteinschätzung, und sie hilft, seine emotionalen Muster besser zu verstehen und einzuordnen.
Weiter kann man auch Feedback von Freunden, Familie oder Kollegen einholen, denn oft haben Außenstehende eine andere – und ich möchte auch sagen: eine weitere – Perspektive. Oder man kann Empathie üben: Man versucht immer wieder, sich in die Lage von anderen Menschen zu versetzen und dabei die Gefühle und Gedanken hinter den Worten zu verstehen. Gerade wenn eine Situation herausfordernd ist, kann man seine emotionale Intelligenz besonders gut trainieren. Wenn man merkt, dass jetzt negative Emotionen aufkommen, kann man versuchen, sie zu regulieren.
Z.B. kann man dreimal tief ein- und ausatmen. Das ist das, was ich in solchen Situationen oft tue, und ich finde, es hilft. Man kann auch bis zehn zählen; auch das hilft manchmal, um impulsive Reaktionen zu vermeiden und um die Kontrolle wieder zu gewinnen. Auch positive Selbstgespräche helfen: „Es gibt nichts, was dich heute aus der Ruhe bringt.“













