Warum weniger attraktive Männer oft größere Erfolge bei Frauen haben

0
2446

Hört euch das an: Frauen sind glücklicher mit weniger attraktiven Männern, optisch. Das zeigt eine Studie. Ja, jetzt muss das nur noch jemand den Frauen verklickern.

Eine gute Nachricht: Männer müssen nicht wie Henry Cavill aussehen, um von Frauen als Partner ausgewählt zu werden. Ja, auch wenn wir Frauen von großen, attraktiven Supermännern mit Stahkörpern angezogen sind und den Drang verspüren, von dem schnuckeligen Ursman gerettet zu werden. Ein Mann, der das DNA-Bingo gewonnen hat, ist für dauerhafte Beziehungen nicht zwingend ideal. Was Frauen wollen, ist nicht unbedingt das, was sie fürs Glücklichsein brauchen – nur wissen sie es nicht. Das hat eine wissenschaftliche Studie ergeben. Frauen sind in Beziehungen und Ehen mit weniger attraktiven Männern glücklicher.

Anzeige

Weniger attraktiv heißt hier: weniger attraktiv, als sie sich selbst empfinden. Diese Beziehungen seien häufig harmonischer, weil weniger attraktive Männer Frauen weniger unter Druck setzen. Das führt zu harmonischeren Beziehungen. Um herauszufinden, ob die jeweilige Attraktivität eine Rolle für das allgemeine Glück in der Beziehung spielt, untersuchen die Wissenschaftler frisch verheiratete Paare. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen mit einem als attraktiver empfundenen Partner eher dazu neigen, Diäten zu machen und abzunehmen, um besser auszusehen und ihren Mann zu behalten. Frauen mit weniger attraktiven Ehemännern hatten dieses Bedürfnis nicht, was sie insgesamt glücklicher machte.

Die Wissenschaftlerin, die die Studie durchführte, sagt: „Die Resultate zeigen, dass ein physisch attraktiver Ehemann negative Auswirkungen auf die Ehefrau haben kann, insbesondere wenn diese Frauen selbst nicht besonders attraktiv sind.“ Eine Partnervermittlerin erklärt dazu: „Wenn ihr Mann besser aussieht und sie das Gefühl hat, dass sie ein paar Kilo verlieren muss, oder er sieht immer gut aus und alle schauen ihn an, dann macht das eine Frau unsicher.“ Also mich überraschen diese Ergebnisse nicht. Wie gesagt, Frauen sind schon von physisch attraktiven und großen Männern angezogen. Es hat wohl noch nie eine Frau einen Mann bevorzugt, weil er nicht so attraktiv war.

Aber unterm Strich sind sie offenbar glücklicher mit einem Mann, den sie als nicht so attraktiv empfinden wie sich selbst. Attraktiver als sie würde heißen: Sie ist z. B. eine Fünf und er ist eine Acht oder Neun. Das ist laut Studie nicht optimal. In anderen Worten: Das, wonach Frauen streben, bedeutet für sie nicht unbedingt das größte Glück. Die Studie deckt ja eigentlich eine kleine Diskrepanz auf zwischen dem, was Frauen anziehend finden, also ihren Präferenzen, und dem, was sie tatsächlich für ihr langfristiges Glück benötigen. Ja, und man kann wohl auch sagen, anhand dieser Studie: Manche Frauen stehen ihrem Glück damit selbst im Weg, aufgrund ihrer Auswahlkriterien. Was uns natürlich oft nicht klar ist, denn viele Dinge geschehen ja im Keller unseres Unterbewusstseins.

Meine Perspektive aus der Sicht einer Frau: Die Realität sieht so aus: Die meisten von uns sind keine Modelfrauen, und an der Seite eines viel attraktiveren Mannes, eines Adonis, durch das Leben zu gehen, kann Frauen natürlich unter Druck setzen, neben ihm gut auszusehen und Schritt halten zu müssen. Einerseits stelle ich mir das anstrengend vor in Bezug auf einen perfekten, durchtrainierten Körper. Ich meine, etwas Sport treiben – natürlich ist das wichtig, aber für einen wirklich schönen Body, einen, der auch in Unterwäsche toll aussieht, reicht das in der Regel nicht aus. Da gehört schon noch eine ziemliche Portion Ehrgeiz dazu: drei bis vier Mal wöchentlich Sport, eiserne Disziplin auch mit den Essgewohnheiten – keine Pizza mehr, kaum oder kein Süßes.

Also um einigermaßen mit einer ästhetischen Neun oder einer Zehn Schritt halten zu können, muss man schon einiges an sich vornehmen oder ändern. Und das kann ein ziemlicher Druck sein. Auch wenn man sich den Druck natürlich selbst auferlegt. Als Frau denke ich auch, es kann kein Vergnügen sein, mit einem Adonis einen Raum zu betreten, wenn sich ständig begeisterte weibliche Köpfe nach ihm drehen. Die Konkurrenz schläft ja nicht und man hat diesen Mann nie für sich allein oder man empfindet es zumindest unterschwellig so. Ganz gleich, wie wenig Anlass dieser als attraktiv empfundene Mann für den Verdacht auf Untreue bietet: Es liegt in der Natur der Sache, dass eine optische Neun oder eine Zehn mehr weibliche Aufmerksamkeit genießt als eine Fünf.

Das ist ja genauso bei den Frauen, und das kann die Wahrscheinlichkeit für Gelegenheiten für einen Seitensprung erhöhen und die Hemmschwelle dafür senken. Muss nicht, aber kann. Tatsache ist, dass attraktivere Menschen mehr Aufmerksamkeit erhalten. Und noch was: Wenn man als Frau die neidischen Blicke anderer Frauen wegen seines Trophäenmannes auf sich zieht, ist das nicht in jedem Fall schmeichelhaft. Man kann sich dabei nämlich leicht zur Statistin degradiert fühlen oder unsichtbar, es sei denn, man ist selbst eine Bombshell, und dann relativiert sich das Ganze natürlich. Vielleicht hat der Mann ja durch diese ganze weibliche Bewunderung das Gefühl, dass er etwas Besseres haben könnte.

Das sind alles Gedanken und Gefühle, die eine Frau so umtreiben. Mutmaßlich. Und schon klar: All das sollte eine Frau nicht verunsichern. Eine Attraktivitätsdiskrepanz sagt ja nicht darüber aus, ob wir es mit dem Partner gut haben oder nicht. Es kommt ja auf seinen Charakter an. Oder aber sag mal einem Bären, er soll den Honig stehen lassen. Umgekehrt übrigens verspüren die meisten Männer, wenn die Frau die attraktivere in der Beziehung ist, keinen Druck, optisch mithalten zu müssen.

Wie die Studie weiter feststellt, waren die Diätmotivationen der Männer nicht signifikant mit ihrer eigenen oder der Attraktivität ihrer Partnerin verbunden. Statt sich also primär vom Aussehen ihrer Partnerin beeinflussen zu lassen, tendieren Männer eher dazu, ihren Körper aus persönlichen Motiven zu optimieren. Männer haben ja tendenziell nicht dieselben Unsicherheiten in Beziehungen. Natürlich, wenn wir die Situation haben: Ein Mann, der weniger attraktiv ist und der hat eine sehr attraktive Partnerin und in ihrem Umfeld sind auch alle Männer sehr attraktiv, dann kann ihn das schon verunsichern. Er denkt vielleicht: „Ich kann da überhaupt nicht mithalten.“ Aber diese Situation ist nicht der Normalfall. Wenn ein weniger attraktiver Mann eine sehr attraktive Frau an seiner Seite hat, hat er ja meistens andere Attribute, die ihn für sie attraktiv machen. Dann ist er beruflich oft sehr erfolgreich oder vermögend oder beides, und dann zieht er sein Selbstvertrauen daraus, weil ihn dann ja auch die attraktiven Männer bewundern.

Bitte eure Meinung dazu in den Kommentaren. Ja, bei Männern hat das Aussehen generell nicht so einen hohen Stellenwert im Vergleich untereinander. Unter Männern und hier sprechen wir vor allem von Männern 35 und aufwärts. Geht es eher um beruflichen Erfolg oder sportlichen Erfolg, Leistung, solche Dinge. Wenn sie sich untereinander vergleichen. Frauen vergleichen sich tendenziell weniger anhand ihrer beruflichen Erfolge und eher anhand des Aussehens. Und natürlich könnte man jetzt nach all diesen Punkten einwenden, dass man den Druck, den ein attraktiver Partner mit sich bringt, auch ins Positive wenden und als Ansporn betrachten kann, an sich selbst zu arbeiten. Und das ist richtig, das stimmt.

Allerdings fällt es halt vielen Menschen schwer, Druck in Motivation umzuwandeln, denn der ständige Vergleich und die Erwartung, mithalten zu müssen, können rasch zur Belastung werden, auch wenn man sich, wie gesagt, diese Erwartung oder diesen Druck selbst auferlegt. Ja, und all das bedeutet aber nicht, dass man sich nicht gegenseitig anspornen sollte, um für den anderen anziehend zu bleiben und den Superman in sich selbst zu finden.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein