So ist Onlinedating besonders vielversprechend

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Onlinedating wird zunehmend zum bevorzugten Instrument der Partnerfindung. Während im Jahr 2000 noch lediglich 5 % der Männer und 2 % der Frauen in Deutschland angaben, ihren Partner über Online-Partnerbörsen gefunden zu haben, sind dies im Jahr 2024 bereits 62 % der Männer und 58 % der Frauen.

Dabei machen viele Singles, die auf diesem Wege eine neue Liebe suchen, einen großen Fehler. Sie wählen die falschen, d.h. unpassenden Datingportale. Das führt nicht selten zu Frust und Enttäuschung. Ich meine hier nicht einmal, dass man den falschen Anbieter wählt, sondern vielmehr, dass man die falsche Art von Datingportal wählt.

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Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Datingportalen. Einige beschränken sich nur auf wesentliche Funktionen, wie Matchmaking und Kontaktaufnahme – andere hingegen bieten eine ganze, umfangreiche Community samt Blogs und Foren. Besonders bliebt ist eine Funktion, die man in der Anfangszeit der Datingportale noch „hot or not“ nannte. Heute kennt man sie unter dem Begriff „Wischfunktion“. Man bekommt ein Bild eingeblendet und je nachdem, ob man es mag oder nicht, wischt man es nach links oder rechts bzw. tippt auf eine von zwei Optionen. Ein sogenanntes Match entsteht, wenn beide den jeweils anderen auf diese Weise positiv bewertet haben. In diesem Fall informiert das Datingportal beide Nutzer über diesen Umstand und man kann miteinander in Kontakt treten.

So genial dieses Verfahren auf den ersten Blick auch erscheint – es birgt gewisse Schwächen, die regelmäßig für Frustration sorgen.

Die größte Schwäche dürfte wohl in seiner Oberflächlichkeit liegen. Nicht nur, dass man sein Gegenüber ausschließlich aufgrund eines einzigen Bildes beurteilt – man neigt auch nach einiger Zeit dazu, die Messlatte immer höher zu legen, weil man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht und der Beurteilung gegenüber nach und nach abstumpft.

Dazu kommt, dass es „Spezialisten“ gibt, die dieses eine Bild gekonnt zu „optimieren“ verstehen. Lernt man die betreffende Person dann näher kennen, ist die Enttäuschung oftmals groß. Gerade Frauen haben ein untrügliches Gespür dafür, auf welche Bilder Männer besonders positiv reagieren.

Dennoch basieren die meisten Handy-Datingapps auf diesem Prinzip. Das liegt auch daran, dass es aus Platzgründen schwierig ist, sehr viele Details über eine Person anzuzeigen. Tinder wurde beispielsweise für diese Art des „Speeddatings“ berühmt.

Wer Frust vermeiden will, wendet sich anderen Datingportalen zu, nämlich solchen, die neben den Kernfunktionen noch eine komplette Community bieten. Auf derartigen Portalen machen Featured Images nicht den wichtigsten Teil aus. Nutzer machen vielmehr durch angeregte Community-Beteiligung auf sich aufmerksam. Sie führen einen Blog, hinterlassen Forenbeiträge oder treten dedizierten Gruppen bei. Auf diese Weise lassen sich sehr viel zwanglosere Kontakte knüpfen, als dies nur über ein Foto und anschließende direkte Kontaktaufnahme möglich wäre. Hier kann man auch „flirten“, analog zum klassischen Flirt in einer Bar oder einem Café.

Solche ausgewachsenen Communitys, die in etwa Facebook mit ein paar (sehr wichtigen) Zusatzfunktionen entsprechen, haben noch einen weiteren Vorteil: Es gibt dort fast keine Fakeprofile. Fakeprofile sind zumeist darauf ausgelegt, einen Nutzer möglichst schnell und effektiv zu täuschen. Das Verfassen langer Blogposts oder Forenbeiträge sind für sie viel zu aufwändig. Daher trifft man auf solchen, sehr aufwändig gestalteten und gepflegten Dating-Plattformen meist nur auf echte Menschen mit echten Interessen.

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