Vermassel die Beziehung nicht!

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Mit dieser Verhaltensweise vermasseln Männer häufig ihre Beziehungen, und es ist schade, denn es müsste nicht sein. Ich glaube, viele machen diesen Fehler, weil er ihnen gar nicht bewusst ist. Wer diesem Kanal schon etwas länger folgt, weiß, dass es einige negative Trends in unserer modernen Gesellschaft gibt. Ich identifiziere diese, bemängle die Einseitigkeit in Geschlechterfragen und zeige Gegenperspektiven auf. Ich werfe auch ein Licht auf problematische weibliche Verhaltensweisen und versuche dabei stets, balanciert zu sein.

Heute geht es um ein bestimmtes Verhalten bei Männern, das von Frauen oft als schwierig, ja sogar als toxisch, gesehen wird und dazu führt, dass sie sich von ihren Partnern trennen. Es ist sogar ein ziemlich häufiger Trennungsgrund. Zuerst blicken wir auf dieses Verhaltensmuster und schauen, wie es sich auf die Beziehungsdynamik auswirken kann. Am Schluss geht’s dann um Lösungsansätze.

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Interessanterweise steht oft ganz am Anfang die Frage, und ich habe sie schon von einigen Männern gehört: Warum sind Frauen nach einer Trennung so kalt, so gefühllos, so hart, so kämpferisch, manchmal sogar vernichtend, nach all der gemeinsamen Zeit? Gute Frage, und ich habe es ja auch schon erklärt: Während der Beziehung ist die Frau häufig der emotionale Part und der Mann eher der rationale. Bei einer Trennung kehrt es oft um: Sie wird rational und er emotional. Männer hoffen dann häufig, dass sie noch einlenkt, aber oft tut sie es nicht. Warum? Weil die Partnerin an einem Punkt angelangt ist, wo sie einfach nicht darüber hinwegkommt, was er in ihren Augen falsch gemacht hat. Es spielt keine Rolle, ob sie nach wie vor Gefühle für ihn hat oder ihn liebt; sie geht trotzdem.

Diese Härte erholt sich oft erst wieder viel später, wenn die Vernunft zurückkehrt. Die Gründe für ihren Schmerz bzw. den Auslöser der Trennung können vielseitig sein. Es gibt die offensichtlichen Gründe wie Betrug oder Gewalt, aber auch weniger offensichtliche wie mangelndes Engagement und fehlende Unterstützung, insbesondere wenn Kinder im Spiel sind.

Manche Männer denken vielleicht: „Ich unterstütze sie doch schon genug, ich schleppe das ganze Geld nach Hause, damit es ihr und den Kindern an nichts fehlt.“ Das ist richtig und gut, und finanzielle Unterstützung ist ein riesiger Aspekt. Aber die Herausforderungen der Elternschaft erfordern auch physische und psychische Unterstützung und Anpassungen. Frauen trennen sich manchmal, weil ihnen diese Art der Unterstützung fehlt, weil sie sich vernachlässigt fühlen, weil sie unter der Last leiden.

Dieser Vorwurf der Frauen ist tatsächlich nicht immer aus der Luft gegriffen. Ich spreche natürlich nicht von allen Männern auf dem Planeten. Es gibt aber manche, die sich so verhalten, und um die geht es heute. Ich sehe es auch in meinem Umfeld: Männer realisieren oft gar nicht, dass ihr Verhalten über eine längere Zeit die Beziehung schleichend erodiert. Sie nehmen die Einwände oder die Kritik der Partnerin oft nicht ernst. Aber manchmal hat sie eben schon einen Punkt, wenn sie darauf hinweist, dass die Unterstützung bei der Hausarbeit oder den Kindern fehlt. Leider vermasseln Männer damit ihre Beziehungen.

Der Mangel an Engagement tritt tendenziell häufiger bei Männern auf, weil sie in der Elternschaft naturgemäß eine andere Rolle haben. Frauen haben grundsätzlich eine andere Beziehung zum Nachwuchs, und die Herausforderungen der Elternschaft sind für Männer nicht dieselben wie für Frauen. Wenn Frauen sich oft pauschal über Männer beklagen, die sie mit der Hausarbeit und der Kinderarbeit alleine lassen, sage ich immer: „Aber ihr habt doch diese Männer ausgewählt.“ Ihr habt euch für sie entschieden. Waren das zuerst alles Supermänner, bevor ihr sie geheiratet und eine Familie mit ihnen gegründet habt? Frauen gehen Beziehungen ein, obwohl die Zeichen von Anfang an ungünstig stehen. Das entbindet die Männer allerdings nicht von ihrer Verantwortung.

Nach der Geburt eines Kindes ändert sich die Frau. Jeder Entscheid ist auf das Kind und seine Bedürfnisse ausgerichtet. Die Geburt führt oft zu einer Neuorganisation ihrer Prioritäten. Diese Veränderung muss auch der Mann durchlaufen. Manche Männer verstehen diese Notwendigkeit der Veränderung nicht. Sie setzen ihr Leben fort, als hätte sich nichts geändert, beteiligen sich nicht an unangenehmen Aufgaben und lassen die Partnerin mit der Last alleine. Über die Jahre kumuliert sich Unverständnis, Frust, Wut, und es kann sich auch Abneigung entwickeln. Wenn sie sich dann trennt, versteht er oft die Welt nicht mehr.

Diese Verhaltensweisen liegen nicht zwangsläufig in der Natur des Mannes, sondern können verschiedene Ursachen haben. Vielleicht realisieren sie aufgrund mangelnder Selbstreflektion nicht, was ihre Verhaltensweisen für Auswirkungen haben. Vielleicht sind es tieferliegende Unsicherheiten oder Prägungen durch die Erziehung.

Lösungsansätze:

  1. Selbstreflektion: Männer könnten dazu ermutigt werden, ihre eigenen Erwartungen und Vorstellungen von Beziehungen zu überdenken.
  2. Offene Kommunikation: Frauen könnten Probleme direkter ansprechen, um Missverständnisse zu vermeiden.
  3. Bewusstes Einbeziehen: Frauen könnten ihre Partner von Anfang an mehr in Alltagsentscheidungen einbeziehen.
  4. Bewusstsein für Verantwortung: Männer sollten sich bewusst sein, dass die Verantwortung nicht nur auf finanzieller Ebene liegt, sondern auch emotionale Unterstützung, Hausarbeit und Erziehung umfasst.

Wie denkt ihr darüber? Haben wir hier viele Väter unter den Zuschauern? Was sind eure Erfahrungen? Und wie denken die Damen und Mütter darüber? Ich freue mich auf eine lebhafte Diskussion.

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