Vorsicht! Männlichkeit in Gefahr!

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Es gibt einen bestimmten Wesenszug, der nicht nur deine Männlichkeit untergräbt und dir selbst im Leben nicht zugute kommt, sondern den keine Frau attraktiv findet. Ich wurde bei Jordan Callja darauf aufmerksam, und als Frau muss ich sagen, der Psychologe ist damit on point. Ja, ganz ehrlich, mir ist völlig bewusst, dass es als Mann nicht ganz einfach ist, all die Wesenszüge der unbewussten weiblichen Sehnsucht in einem zu vereinen. Die ständig wechselnden und wilden gesellschaftlichen Erwartungen an Männer in Bezug auf Verhalten und Rollen können manchmal zum unmöglichen Balanceakt werden. Und ganz grundsätzlich, dieses „Männer müssen so sein, Männer müssen sich so verhalten, dann sind sie gute Männer“ – ich kann mir gut vorstellen, dass das manchen zum Hals raushängt, und zum Teil zurecht.

Und ich möchte darum betonen, dass es mir nicht darum geht, euch zu sagen, wie ihr euch verhalten sollt. Ich möchte diesen Beitrag vielmehr zum Anlass nehmen, um eine psychologische Komponente in unser Verhalten reinzunehmen, sie zu beleuchten und auch aufzuzeigen, was dieses Verhalten für positive oder negative Auswirkungen auf einen haben kann. Das gilt selbstverständlich für Männer und für Frauen. Ich beziehe mich hier aber hauptsächlich auf Männer, weil auch Jordan Callja in seinen Videos mehrheitlich Männer anspricht. Am Schluss kann einfach jeder aus meinem Video rausnehmen, was ihm weiterhilft, und was nicht, kann er ignorieren.

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Und das bringt uns direkt zum Thema: Neulich stieß ich also auf dieses Video von Jordan Callja, in dem er auf diesen einen bestimmten Wesenszug beim Mann eingeht, der dir selbst schadet und der darüber hinaus Frauen abschreckt. Seinem mehrheitlich männlichen Publikum gibt er den Tipp, unabhängig von den Damen, sich in ein Ungeheuer zu verwandeln. Und keine Angst, es geht nicht um Vollmondrituale. Callja sagt: Sei nicht harmlos. Harmlosigkeit, so argumentiert er, ist nicht automatisch mit moralischer Tugend gleichzusetzen. Wenn du harmlos bist, bist du nicht einfach moralisch gut, sondern einfach harmlos. Dann kannst du auch nicht gut sein, denn es braucht Stärke, um gut zu sein. Gerade in Gesprächen oder Diskussionen muss man ein bisschen ein Monster sein, damit man auch nein sagen und für sich selbst einstehen, Interaktionen mit anderen regeln und verhandeln kann. Du musst ein bisschen dein inneres Monster entwickeln.

Es sei wichtig, dass Leute kompetent und gefährlich seien. Auf den Einwand des Moderators, dass gefährlich doch impliziere, bereit zu sein, Leute zu bedrohen oder zu verletzen, antwortet er: Nein, du solltest dazu fähig sein, aber das heißt nicht, dass du es benutzen sollst. Martial-Arts-Lehrer wüssten das, der Kampfsportlehre die Kunst, gefährlich zu sein, aber gleichzeitig sie zu kontrollieren. Die Kombination von Fähigkeit zur Aggression und Fähigkeit zur Kontrolle, das ist die Tugend. Heute ermutige man viele junge Männer, schwach und harmlos zu sein. Das sei problematisch, weil man so den Tragödien des Lebens nicht standhalten und keine Verantwortung tragen kann. Und genauso werde man bitter und gefährlich. Man sollte friedlich sein. Frauen hassen harmlose Männer. Frauen wollen gefährliche Männer, die zivilisiert sind, und sie wollen helfen, sie zu zivilisieren.

Ja, das ist eine interessante Perspektive. Also, ich finde „Monster“ und „gefährlich“ eine schlechte Wortwahl. Callja weiß, was er damit meint, aber die Begriffe implizieren eigentlich etwas Falsches und können sehr leicht missverstanden werden. Aber ansonsten finde ich, on point. Harmlosigkeit als Charaktereigenschaft ist definitiv etwas, das die Männlichkeit untergräbt. Besitzt man eine harmlose Persönlichkeit, ist man nett, mild, zahnlos, aber nicht aus eigener Entscheidung, weil man so sein möchte, sondern weil man keine andere Wahl hat. Es ist ein Unterschied, bewusst harmlos zu sein, oder weil man einfach nicht anders kann. Und Letzteres kommt einem im Leben nicht unbedingt zugute.

Erstmal ganz unabhängig von den Frauen: Es sind uns nun mal nicht alle Mitmenschen wohlgesonnen. Der netteste Zeitgenosse schaut auf seine eigenen Vorteile oder auf die seiner Familie. Und manchmal begegnen wir halt Situationen, in denen wir uns so gut wie möglich selbst schützen müssen. Wenn das Gegenüber entdeckt, dass man zahnlos ist, kann das einfach sehr leicht ausgenutzt werden. Man wird übergangen, gemobbt und ist nicht in der Lage, sich zu wehren. Das gilt im Arbeitsumfeld, aber auch im privaten Bereich. Dann können sie mit dir machen und dich behandeln, wie sie wollen, und du hast letztlich nichts mitzureden. Als harmloser Mensch ist man also darauf angewiesen, dass die Gegenüber, also die anderen, stets anständige, rechtschaffene, nette Menschen mit den allerbesten Absichten sind. Und so bist du ja immer abhängig vom Wohlwollen und vom Wesen anderer. Also das Schrecklichste überhaupt.

Und nun kann man einwenden, und einige werden das sicher tun: Um Dinge zu regeln, haben wir ja Organe wie die Polizei oder die Juristerei. Das sollten wir eben nicht selber regeln, das ist nicht gut. Aber es geht ja ganz, ganz oft im Leben um kleine Situationen, die wir untereinander regeln. Und man kann nicht jedes Mal den Anwalt rufen oder soll es nicht. Beispiel Supermarkt: Wenn sich einer einfach rotzfrech vordrängt an der Kasse, sollten wir in der Lage sein zu sagen: Hey, was du da tust, das geht nicht. Bist du dazu aber gar nicht in der Lage, druckst vielleicht herum, brodelst innerlich total, aber bist ganz unsicher, was du jetzt tun oder sagen sollst, weil du so schwächlich bist, ziehst du den Kürzeren. Und das heißt nicht, dass du jetzt diese Situation an der Kasse eskalieren lassen sollst. Selbst wenn die Person frech stehen bleibt, heißt es nicht, dass du Gewalt raushängen lassen sollst. Es ist immer sinnvoll, wenn du dich dagegen entscheidest. Aber die anderen sollen schon merken, dass man es mit dir dann auch nicht übertreiben darf. Man darf nicht das Gefühl haben, man kann mit dir tun, was man will, der ist ja eh harmlos.

Wie Callja sagt, als Mann sollte man fähig zur Aggression sein. Aber das heißt nicht, dass man sie einsetzen soll, sondern sie in sich haben, aber fähig sein, sie zu kontrollieren. Und ich habe in anderen Videos schon gesagt, dass Selbstkontrolle eine der mächtigsten Fähigkeiten ist, die ein Mann besitzen kann. Hier ist das Video. Ja, und auch in Bezug auf Frauen liegt Callja mit seinem Standpunkt natürlich nicht falsch. Dieser Wesenszug, harmlos sein, bringt dich selbst oft in benachteiligte Positionen im Lebensalltag. Und Frauen realisieren das intuitiv, und sie wollen keine Männer, die sich selbst im Leben in benachteiligte Situationen bringen, denn es müsste ja nicht so sein. Jeder hat es selbst in der Hand. Harmlos sein verbinden wir mit schwächlich, zahnlos, kraftlos, also das Gegenteil von dem, was Frauen an Männern anzieht.

Das Streben danach, ein gewisses Maß an Monstrosität zu entwickeln, heißt ja auch, sich selbst nicht zu vernachlässigen oder ständig den Erwartungen anderer zu entsprechen. Es geht in Calljas Perspektive weniger darum, tatsächlich monströs, brutal oder gemein zu sein oder dass wir uns in Godzilla verwandeln und die Nachbarschaft terrorisieren oder in jedem Streit die Krallen ausfahren. Nein, sondern es geht vielmehr darum, bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten zu kultivieren, die oft als negativ angesehen werden, aber in bestimmten Situationen sehr nützlich sein können. Wie er selbst sagt, gerade in Auseinandersetzungen oder Diskussionen beispielsweise kommt dieser innere Monster-Touch sehr gelegen, um nein sagen zu können und für sich selbst einzustehen. Wenn wir harmlos sind, fehlt uns der Biss oder die Argumente oder beides.

Und noch mal, meine lieben Freunde, weil das ganz schnell falsch verstanden werden kann: Frauen wollen natürlich keinen aggressiven Partner. Das alles soll nicht heißen, dass du ein Rüpel oder ein Arsch sein sollst, denn dann bist du genau auch wieder das Problem. Man soll Rücksicht aufeinander nehmen, und er muss auch nicht mit einem Baseballschläger unterm Bett schlafen. Aber als Frau ist es halt einfach positiv und beruhigend zu wissen, dass er in der Lage wäre, aggressive Komponenten zu entwickeln und sie zu kontrollieren, sich in ein dominantes Wesen zu verwandeln, wenn es notwendig ist, sodass andere nicht denken, mit dem kann man machen, was man will.

Ja, und natürlich ist das alles jetzt etwas übersimplifiziert. Es mag auch nicht auf jede einzelne Frau zutreffen, aber biologisch gesehen macht das natürlich Sinn. Also diese Vorstellung der Schutzfunktion, die ist in vielen von uns verankert. Auf jeden Fall halte ich es für eine wertvolle Eigenschaft, diese Monsterenergie in sich zu haben, aber zu wissen, sie zu bändigen. Ja, das Ganze hat auch seine lieben Tücken, besonders für die Herrenwelt. Auf der einen Seite leben wir in einer Gesellschaft, die Männern sagt, sie sollen nett und sanft sein, in der männliche Aggressivität als toxisch gilt und so gut wie möglich unterdrückt werden sollte. Auf der anderen Seite sollte man dann aber die Furie rauskramen in Situationen, in denen sie nützlich ist. Ja, da können schon mal Identitätskrisen auftreten: Bin ich jetzt flauschiger Teddy oder doch eher brüllendes Ungeheuer? Ja, diese wilden Erwartungen an die Männer stellen teilweise wirklich einen unmöglichen Balanceakt dar. Und vielleicht steckt die Weisheit ja irgendwo in der Mitte: Einfach eine gesunde Balance finden zwischen Freundlichkeit, Durchsetzungsvermögen und innerer Monstrosität, um sich selbstbewusst behaupten zu können und ein ausgewogenes Selbstbild zu entwickeln, ohne die eigene Integrität zu verlieren.

Aber wie immer ist das nur meine Meinung. Mich interessiert, wie ihr darüber denkt. Haltet ihr Harmlosigkeit für eine negative Eigenschaft? Stimmt ihr also der These von Callja zu, oder seid ihr eher der Meinung, dass harmlos sein gut und wichtig ist? Bitte schreibt mir in die Kommentare.

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